MädchenbüroMilena

Imans Perspektive

Mein Name ist Iman und ich bin 25 Jahre alt. Im Rahmen meines Studiums zur Sozialen Arbeit, habe ich ein 400-Stunden-Praktikum im MädchenbüroMilena e.V. absolviert. Die Mädchenarbeit ist ein Feld, in der Kinder- und Jugendarbeit nicht wirklich präsent ist. Frau Koldehofe und Frau Frei haben durch das MädchenbüroMilena einen Ort geschaffen, an dem junge Mädchen einen Zufluchtsort finden. Die beiden Sozialarbeiterinnen versuchen mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern einen Raum zu schaffen, in dem partizipativ gearbeitet wird und die Interessen wie auch die Bedürfnisse der Mädchen berücksichtigen werden.  Das Praktikum hat mir einen Einblick in die vielfältige Arbeit vieler engagierten Frauen gegeben, und diese Erfahrungen möchte ich in einer kurzen Geschichte mit Ihnen teilen.

Zentrale Themen im MädchenbüroMilena waren für mich die Hausaufgabenhilfe, das gemeinsame Essen, Angebote und Projekte zu spezifischen Themen. Ich habe morgens die Kleinkinder der Frauen, die in den Sprachkursen lernten, betreut. Es war toll zu beobachten, welche Entwicklungsschritte gewisse Kinder nach einiger Zeit gemacht haben. Durch einfache Angebote, die in den Alltag integriert wurden, konnten wir verschiedene Kompetenzen der Kinder fördern. Im Fokus stand für uns, die Kinder sprachlich zu begleiten und ihnen ein Gefühl von Geborgenheit und Zuwendung zu vermitteln. Ehrlicherweise muss dazu gesagt werden, dass nicht immer alles reibungslos geklappt hat, doch auch diese Situationen konnten wir durch unterschiedliche Herangehensweisen der Betreuerinnen lösen. Zudem haben wir durch die stressigen Tage oft gemerkt, was wir am Tag geleistet haben.

Einen weiteren Bereich, den ich in den Fokus stellen möchte, ist die Arbeit mit den Mädchen verschiedener Altersgruppen. Es war sehr interessant, dass die Mädchen sehr offen und kommunikativ mir gegenüber als Praktikantin waren. Das Eis war relativ schnell gebrochen, und es konnte sich eine gute Beziehung entwickeln. Durch verschiedene kleinere Aktivitäten, Angebote, das gemeinsame Tischdecken und -abräumen, small talk, aber auch intensive Gespräche zu bestimmten Themen und die Hausaufgabenhilfe konnte diese intensiviert werden. Witzigerweise konnten die Mädchen schnell meine Stärken in Bezug auf gewisse schulische Fächer filtern. So wurde beispielsweise ab und zu ein kleiner Witz gemacht: „Iman, willst du nicht bei den Mathehausaufgaben helfen?“ Ich muss gestehen, dass Mathe absolut nicht meine Stärke ist… Jedoch habe ich den Mädchen versucht zu vermitteln, dass sie sich Einiges selbst beibringen können. Es gab auch in dem Punkt einige Erfolgserlebnisse, so dass die Mathehausaufgeben sogar schlussendlich mit meiner Hilfe richtig bearbeitet wurden.

In dieser Zeit konnte ich für mich mitnehmen, dass man in gewissen Situationen seine eigenen Schwächen auch zu Stärke machen kann. Das Mädchenbüro hat mir ein Gefühl des familiären Beisammenseins vermittelt. Es ist eine starke Gemeinschaft von Frauen und Mädchen, ein Ort, an dem sie gehört und verstanden werden sowie die Unterstützung bekommen, die sie benötigen. Es wird an den Ressourcen der Mädchen angesetzt und diese werden in der Arbeit mit ihnen berücksichtigt. Die Mädchen werden in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt, indem man ihnen mehr zutraut (beispielsweise ein Interview mit der Zeitung zu führen.)

Abschließend kann ich sagen, dass ich selbst auch über mich hinausgewachsen bin und die Arbeit im Milena wirklich genossen habe. Ich denke gerne an diese Zeit zurück, da ich das Praktikum in dieser Institution als eine Bereicherung für mein Studium wie auch für mich persönlich sehe.

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